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26.10.2012 ''Dort traf ich Roger auf der Brücke''Juan Martin del Potro ist neben Roger Federer die grosse Attraktion bei den Swiss Indoors in Basel. Im Interview spricht der sympathische Argentinier über Lionel Messi, seine Olympia-Bronzemedaille und erzählt von einem speziellen Treffen mit Federer. Juan Martin del Potro, Sie gewannen bei den Olympischen Spielen in London Bronze. Haben Sie schon einen Platz für die Medaille gefunden? Juan Martin del Potro: Ja, die ist bei mir zuhause im Wohnzimmer, gleich neben der US-Open-Trophäe. Jedes Mal wenn ich das Haus verlasse, laufe ich an ihr vorbei. Es sind grossartige Erinnerungen, die ich an Olympia habe. Ich kann mich noch immer an jedes Detail erinnern. Sie haben den Halbfinal in einem unglaublichen Spiel gegen Roger Federer mit 17:19 im dritten Satz verloren. Woher haben Sie die Kraft für das Spiel um Bronze genommen? Ich war nach diesem Match sehr traurig und müde. Ich habe viel mit meinen Eltern und meinen Freunden gesprochen. Das hat mir geholfen, nicht aufzugeben. Ich habe am Tag danach alles getan, was mein Coach von mir verlangte. Am Sonntag war ich dann wieder bereit, gegen Djokovic zu kämpfen. Ich habe mein Bestes gegeben. Sie haben in diesem Jahr bereits sechs Mal gegen Federer gespielt und kein einziges Mal gewinnen können. Jetzt bestreiten sie wieder dasselbe Turnier wie er... Nächstes Jahr werde ich irgendwo anders spielen (lacht). Sind Sie nach Basel gekommen, um Revanche zu nehmen? Nein. Ich bin hierher gekommen, um meinen Job zu machen. Ich würde mich freuen, gegen Roger im Final zu spielen. Es ist immer ein Vergnügen, gegen ihn antreten zu dürfen. Bis dahin gibt es noch einige harte Spiele. Sie sind wie ihr Landsmann Lionel Messi ein eher zurückhaltende Mensch. Kennen Sie ihn persönlich? Ja, ich habe ihn vor einigen Jahren kennengelernt. Er ist ein toller Typ und der momentan beste Fussballer der Welt. Weshalb wir beide so zurückhaltend sind, kann ich nicht sagen. Meine Eltern haben mich so erzogen und all meine Freunde sind in dieser Beziehung ähnlich. Wir üben nur unseren Sport aus und geben unser Bestes. Abseits des Courts sind wir ganz normale Menschen wie Sie auch. Ist Messi besser als es Maradona war? Das ist eine schwierige Frage für mich (schmunzelt). Ich würde beide in meinem Team haben wollen. Wenn Sie auf Ihre Saison zurückschauen. Welches Fazit ziehen Sie? Es ist momentan schwierig, in die Top 4 zu kommen und auch dahinter machen Spieler wie Berdych und Tsonga einen hervorragenden Job. Aber ich bin nahe dran. Im letzten Jahr habe ich mich von Null wieder bis auf Rang 11 vorgekämpft, dieses Jahr werde ich in den Top 10 abschliessen. Ich komme von Woche zu Woche näher. Ich arbeite hart daran, irgendwann wieder in die Top 5 zu kommen. Wenn Sie sich nach Ihrem US-Open-Triumph 2009 nicht verletzt hätten, würden wir dann heute von den "Big 5" sprechen? Vielleicht. Davon war ja bereits 2009 und Anfang 2010 die Rede. Sie können auch jetzt von den Top 5 sprechen, wenn sie Ferrer dazu nehmen. Alle in dieser Ranglistenregion verdienen es, dort zu stehen. Momentan gibt es andere grosse Namen, über die man sprechen sollte. Haben Sie während Ihrer langen Verletzungspause jemals gedacht, es nicht mehr zurück an die Spitze zu schaffen? Ja. Man malt sich die schlimmsten Dinge aus. Aber nun bin ich hier, Gott hat mir eine neue Chance gegeben und ich versuche, diese zu nutzen. Ich arbeitete jeden Tag hart, um ein noch besserer Spieler zu werden. Ich geniesse jedes Turnier, denn es war eine harte Zeit, als ich verletzt war. Wie schalten Sie zuhause vom Turnierstress ab? Ich treffe mich mit Freunden und wir spielen Fussball. Ich gehe auch gerne aus, schliesslich bin ich 24 Jahre alt. Ich möchte das tun, was 24-Jährige so tun. Ich möchte die schönen Momente mit meinen Freunden teilen. Können Sie sich zuhause frei bewegen oder werden Sie auf den Strassen belagert? Mir macht es Spass, wenn ich Autogramme für die Kinder geben darf. Es gehört dazu, mit Ihnen Fotos zu schiessen. Es ist schliesslich schön, wenn die Leute positive Dinge sagen oder sich für die Medaille bedanken. Wenn man Ihnen so zuhört, bekommt man den Eindruck, dass sie ein ähnlicher Typ sind wie Rafael Nadal... Ich verstehe mich sehr gut mit Rafa. Wir können uns auf Spanisch unterhalten, was es natürlich einfacher macht (schmunzelt). Aber auch Roger ist ein guter Freund von mir. Wer sind die grössten Spassvögel auf der Tour? Ich würde sagen Novak Djokovic und Michael Llodra. Ich weiss nicht, ob Llodra lustig oder sogar verrückt ist (lacht). Haben Sie schon Zeit gehabt, etwas von der Stadt Basel zu sehen? Ja, ich war etwas in der Stadt unterwegs und lief auch über die Brücke. Hat Sie niemand erkannt? Doch, eine einzige Person. Es war Roger Federer. Er war im Auto unterwegs und hat kurz angehalten. Er hat mich gefragt wie es mir so geht und mir gesagt, dass ich Basel geniessen soll. Es ist schon verrückt: Ich treffe einen Typen und es ist ausgerechnet Roger. |
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