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Suisse Open: Für Gstaad mehr als Tennis

Das Crédit Agricole Suisse Open Gstaad ist ein Leckerbissen für die Schweizer Tennisfans. Der Traditionsanlass ist aber auch ein Träger und Botschafter der Marke Gstaad und mit ­seiner Wertschöpfung für das ganze Saanenland wichtig.

Eine 99-jährige Geschichte zeugt von Nachhaltigkeit und grosser Bedeutung. Oder wie Martin Bachofner, Direktor von Gstaad Saanenland Tourismus, sagt: ''Das Tennisturnier hat in diesen fast 100 Jahren auch die Tourismusgeschichte im Saanenland mitgeprägt. Der Tourismus in unserer Region ist zwar etwas ­älter, aber nicht viel. Mit den ersten grossen Hotels, die etwa zehn Jahre nach ­dem Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut ­wurden, hat dies den Anfang genommen. Da hat ein solches stetig wachsendes Tennisturnier als toller Event seit jeher viele Zuschauer angezogen.''

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Das Tennisturnier sei eng mit Gstaad verknüpft, und man könne das ''Wimbledon der Alpen'' als USP – unique selling point – anschauen, was in der Kommunikation auch so geschehe. ''Wenn wir im Ausland auf Sales-Reise sind, sprechen wir immer über unsere Top-Events, zu denen neben dem Suisse Open auch das Beachvolleyballturnier, das Menuhin-Festival, die Country Night und das Poloturnier gehören. Diese Veranstaltungen sind tragende Säulen vor allem unseres Sommergeschäftes.''

Beitrag ans Image

Das Crédit Agricole Suisse Open Gstaad ist Mitglied von SwissTopSport, wo 22 der grössten, jährlich wiederkehrenden Sportveranstaltungen der Schweiz vereinigt sind, um die Wichtigkeit dieser Events zu verdeutlichen und die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und imagefördernden Leistungen der Veranstaltungen zugunsten der Schweiz zu fördern und zu nutzen.

Was konkret beispielsweise heisst, dass diese Sportevents einen wichtigen Beitrag für das Image ihrer Regionen und der ganzen Schweiz leisten, für Aufmerksamkeit sorgen und die Reputation des Standortes festigen. Aber auch, dass sie zusätzliche finanzielle Mittel generieren.

''Ganz sicher ein Wertschöpfungsfaktor''

Man habe in Gstaad versucht zu ermitteln, was das Tennisturnier konkret bringt, aber dies seien teilweise mehr Annahmen als Fakten, so Martin Bachofner. ''Ein solcher Event ist aber ganz sicher ein Wertschöpfungsfaktor, sei das die direkte Wertschöpfung, die durch den Event selber erzielt wird, oder die indirekte, bei ­welcher irgendwelche Drittanbieter aus der Region – zum Beispiel Metzger oder Gastronomen – profitieren.''

Konkrete Zahlen kann der Tourismusdirektor nicht nennen, verweist aber auf eine von der Universität Bern verfasste Studie, die besagt, dass eine Wertschöpfung im hohen einstelligen Millionenbereich erzielt wird und zusätzliche Mittel in die Destination gespült werden. Weil sich die Organisatoren bei einem solchen Megaevent nicht nur auf lokale Lieferanten abstützen ­können und auch Unterstützung aus dem Unterland beiziehen, findet zudem auch eine überregionale Wertschöpfung statt.

Quantitative und qualitative Kontakte

An den neun Turniertagen steht Gstaad im Rampenlicht und erhält weltweit äusserst wertvolle Präsenz. Über 200 Medien­schaffende sind jeweils akkreditiert und berichten über das Suisse Open, das weltweit in rund 60 Ländern am Fernsehen während etwa 80 Stunden übertragen wird.

''Die Zahl der Personen, die beim Weltsport Tennis durch bewegte Bilder, Berichte und Resultate mit dem Turnier erreicht werden, ist enorm. Da geht es in den Bereich von 100 Millionen Menschen, die mit der Marke Gstaad, mit dem Tennis in schöner Umgebung in Berührung kommen'', erklärt Martin Bachofner.

ATP verlangt Flexibilität

''Auch die qualitativen Kontakte, also Leute, die sich mit Gstaad auseinandersetzen und sich allenfalls auch für Ferien interessieren, gehen in den Millionenbereich.'' So seien die generell erreichten Personen, die qualitativen Kontakte, die konkrete touristische Wertschöpfung in Form von Übernachtungen sowie die generelle volkswirtschaftliche Wertschöpfung die wichtigsten Kriterien, bei denen das Tennisturnier eine tragende Rolle spiele.

Seit 2009 findet das Suisse Open nicht mehr Anfang, sondern Ende Juli statt. Diese Verschiebung hatte im Kurort zuerst für Unmut gesorgt, der mittlerweile aber etwas verschwunden ist. ''Wir hätten es natürlich lieber, wenn ein solcher Top-Event auch die Nebensaison befruchtet, also früher oder später stattfinden würde'', erklärt Martin Bachofner, der weiss, dass dies nicht mehr als ein Wunsch ist. Denn wer von der ATP den Zuschlag für ein Turnier haben will, muss flexibel sein.

''Zudem ist es so, dass die Gäste heute generell nicht mehr automatisch kommen. Mit einem solchen Event fällt es auch in der Hauptsaison etwas leichter, die Betten zu füllen'', so Bachofner. ''Es hat sich gut eingependelt, und die Hoteliers sind happy, dass dieses Turnier in dieser Qualität in Gstaad geblieben ist. Die Gäste nimmt man immer gerne.''

Von Andy Maschek