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''Innerlich freut sich Federer, dass es zumindest ich war, gegen den er verloren hat.''
Lucas Orellano
Von Lucas Orellano
lucas.orellano@sportal.email
 
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''Innerlich freut sich Federer, dass es zumindest ich war, gegen den er verloren hat.''
Das lange erwartete Comeback von Roger Federer auf die Tour erlebte in Stuttgart einen abrupten Dämpfer. Obwohl er im zweiten Satz Matchball hatte, unterlag der Maestro seinem guten Freund Tommy Haas in den Achtelfinals. Eine kleine Sensation - die Weltnummer 5 unterliegt der Weltnummer 302. Aber Spiele zwischen Federer und Haas sind eben meist etwas speziell. Und auch die Pressekonferenzen danach: nach dem Achtelfinalsieg, war Haas zum Scherzen aufgelegt, äusserte sich aber auch ein wenig nachdenklich, wie die ATP berichtet.

Im Alter von 39 Jahren ist es für Tennisspieler, besonders mit der Verletzungshistorie eines Tommy Haas, höchste Zeit, sich nach neuen Betätigungsfeldern umzusehen. Haas hat seins bereits gefunden: er ist seit letztem Jahr Turnierdirektor in Indian Wells. Da wundert es nicht, dass sich ein Reporter an der Pressekonferenz nach dem Spiel diese Frage nicht verkneifen konnte: “Tommy, wie würdest du dich fühlen, wenn Federer an deinem Turnier in der ersten Runde ausscheiden würde?”.

Das ist nur ein kleiner Rückschlag für Roger.

Der Deutsche antwortete scherzhaft: “Das wär so richtig scheisse. Ich verstehe, dass das aus der Sicht so ist. Ich war sehr glücklich, als ich ihm in Indian Wells die Trophäe überreichen konnte.” Haas ist aber zuversichlich, dass Federer weiterhin Topleistungen zeigen wird: “Das wird ihn nur zusätzlich motivieren, in Halle gut zu spielen und bereit für Wimbledon zu sein”, sagte der Deutsche und begründete das auch: “Das ist nur ein kleiner Rückschlag für Roger. Innerlich wird er sich freuen, dass wenn er verliert, dass er zumindest gegen mich verliert, weil er weiss, dass ich bald zurücktrete. Er wird diese Niederlage einfacher verdauen können, als gegen andere.”

''Innerlich freut sich Federer, dass es zumindest ich war, gegen den er verloren hat.''
Mit diesem Erfolg hatte der 39-Jährige selber gar nicht gerechnet: “Ich bin ein bisschen sprachlos, dass ich ihn heute besiegen konnte. Es ist lange her, dass ich zwei Spiele in Folge gewonnen habe (in Rom 2014, d. Red.), und dass mir das gegen Roger gelungen ist, ist natürlich eines der Highlights meiner Karriere”, sagte Haas gegenüber ATPWorldTour.com. Trotzdem ist der Deutsche nicht restlos glücklich: “Gleichzeitig ist er ein sehr enger Freund, ich fühle mich in dem Sinn nicht so nach feiern”, sagte er und fügte hinzu: “Aber so ist nunmal der Sport. Leider muss eine Person verlieren und in letzter Zeit war das oft ich.”

Haas trifft nun in den Viertelfinals im deutschen Duell auf den 31-jährigen Mischa Zverev, der gegenüber dem 39-jährigen Haas beinahe jugendlich wirkt. Es ist bereits jetzt klar, dass der Dinosaurier des deutschen Tennis in der Weltrangliste etwa 50 Plätze nach vorne springen wird. Holt er sich am Weissenhof seinen insgesamt 16. Titel, würde er langsam wieder an den Top 100 kratzen - was im Hinblick auf seine Wimbledon-Teilnahme nicht unerheblich ist.

Roger Federers nächstes Vorbereitungsturnier findet in Halle statt und startet nächste Woche.