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''2006-Federer'' ist zurück - und die Konkurrenz kann nur staunend zuschauen.
Lucas Orellano
Von Lucas Orellano
lucas.orellano@sportal.email
 
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''2006-Federer'' ist zurück - und die Konkurrenz kann nur staunend zuschauen.
Das Ende kam abrupt. Es war damit gerechnet worden, dass Marin Cilic Roger Federer zumindest würde fordern können, eventuell sogar den einen oder anderen Satz holen. Nichts dergleichen. Es ist schade, dass es eine Verletzung war, die den Final entschied, aber das tut der unglaublichen Leistung von Federer in diesen zwei Wochen keinen Abbruch. Der Schweizer baute seine historischen Rekorde aus, machte sich zum alleinigen Rekordsieger - und die Konkurrenz kann nur staunend zusehen.

Was der Maestro in Wimbledon geleistet hat, war - wieder einmal - unübertrefflich. Sein 19. Grand-Slam-Titel kommt nicht so überraschend wie Nummer 18 direkt nach dem Comeback, aber die Art und Weise in der er sich die Trophäe geholt hat ist geradezu beängstigend. Ohne Satzverlust stürmte Federer zum Titel - das gelang ihm bisher erst einmal. Ein Erfolg von historischem Ausmass: er ist jetzt mit 8 Wimbledon-Siegen alleiniger Rekordsieger des Turniers. Ausserdem der älteste Wimbledon-Champion aller Zeiten. Er baute seinen eigenen Grand-Slam-Rekord weiter aus und es ist noch immer kein Ende abzusehen. Das ist schlicht und einfach unglaublich, unnachahmlich, historisch.

Die Rücktritts-Diskussion ist lächerlich geworden

Vor Jahren diskutierte man noch darüber, ob Roger Federer zurücktreten sollte, ob er seinen Zenit nicht längst überschritten habe, ob er bald aus den Top 10 fliegen werde. Die Diskussion mutet je länger je komischer an. So merkwürdig sich das anhört: tatsächlich wird Federer immer stärker. Zwar flog er zwischenzeitlich tatsächlich aus den Top 10, aber das war seiner Verletzungspause geschuldet.

Ab morgen wird der Schweizer wieder die Weltnummer 3 sein, knapp hinter Andy Murray und Rafael Nadal. Und es ist jetzt schon abzusehen, dass Nadal und Federer Murray bald überholen werden. Zu viel hat der Schotte an Punkten zu verteidigen, zumal er jetzt noch verletzt ist.

Uns steht also eine Art Flashback in die Jahre 2006 und 2007 bevor, in denen Rafael Nadal und Roger Federer quasi nach Belieben alles dominierten. Das waren die Jahre, in denen Federer das Australian Open und Wimbledon und Nadal die French Open gewann. Und die US Open? Die gingen auch an Roger Federer. Schöne Aussichten für den Spätsommer 2017!

Die Wachablösung wird wohl für immer ausbleiben

Zehn Jahre sind seitdem vergangen, die Dominanz der ewigen Rivalen ist längst wieder Realität. Nadal liess seiner Konkurrenz an den French Open absolut keine Chance. Federer tat es ihm nun in Wimbledon gleich - beide gewannen das Turnier ohne Satzverlust.

Die Leidtragenden sind die nachfolgende Generation: David Goffin, Milos Raonic, Grigor Dimitrov, Marin Cilic und wie sie alle heissen. Auch sie steuern langsam auf die 30 zu, aber bisher sind für sie nur Brosamen übriggeblieben. In Wimbledon blieben Dimitrov, Raonic und Cilic gegen Federer völlig chancenlos.

Und es sieht nicht danach aus, dass sich das bald ändern wird. Vielleicht auch gar nie. Mir soll's recht sein.