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Roger Federers Weg zu seinem 20. Grand-Slam-Titel

Roger Federers Weg zu seinem 20. Grand-Slam-Titel
Es ist vollbracht! Roger Federer hat erneut seinen Status als lebende Legende untermauert und seinen 20. Grand-Slam-Titel eingeheimst! Der beste Tennisspieler aller Zeiten wurde seiner Favoritenrolle vollends gerecht und avancierte in Melbourne zum ältesten Grand-Slam-Sieger aller Zeiten. Zeit für uns, Roger Federer gebührend zu würdigen, indem wir nochmals seinen Weg zum 20. Grand-Slam-Titel aufzeigen.

Der gelungene Auftakt in Melbourne - solider Dreisatz-Sieg

1/64-Final: Roger Federer vs. Aljaz Bedene 6:3 / 6:4 / 6:3

Aljaz Bedene hiess der erste Gegner Federers. Noch nie etwas vom 28-jährigen Slowene aus der Hauptstadt Ljubljana gehört? Mag vielleicht daran liegen, dass Federer in dieser ersten Runde zum ersten Mal in seiner Karriere auf ihn traf. Bereits im ersten Satz zeigte der Maestro seinem Kontrahenten wahrlich den Meister. Die Bälle flogen Bedene nur so um die Ohren und eines war spätestens dann klar: Roger ist (nach wie vor) in Top-Form! Mit 6:3 endete der erste Satz nach 26 Minuten. Im zweiten Durchgang schien der britisch-slowenische Doppelbürger ein wenig aufzuwachen. Obwohl Federer nie in Gefahr schwebte, dauerten die Games nun etwas länger. Dennoch: Am Schluss stand es 6:4 für den Schweizer. Der dritte und zugleich letzte Satz ähnelte wieder stark dem ersten. Nach etwas mehr als eineinhalb Stunden war die ganze Sache gegessen und der Gegner überrollt.

Federer schaltet in entscheidenden Momenten einen Gang hoch

1/32-Final: Roger Federer vs. Jan-Lennard Struff 6:4 / 6:4 / 7:6 (7:4)

In der zweiten Runde stellte sich dem Schweizer ein Deutscher in den Weg. Jan-Lennard Struff besiegte in seinem Auftaktmatch den Südkoreaner Kwon ohne jede Probleme in drei Sätzen. Gegen die Weltnummer 55 hatte Federer erst einmal gespielt und dabei in Halle in zwei Sätzen triumphiert. Vor der Partie bezeichnete FedEx den Deutschen als einen gefährlichen Widersacher, könne der doch mit seinem guten Aufschlag jedem Gegner das Leben schwer machen.

Das Spiel gestaltete sich äusserst unterhaltsam, vor allem auch darum, weil Struff ganz ordentlich mitspielte. So konnte der Deutsche auch den spektakulärsten Punkt der Partie für sich verbuchen. Roger Federer jedoch, ganz getreu dem Motto eines Champions, in den wichtigen Momenten zulegen zu können, liess in den ersten beiden Sätzen vor allem bei eigenem Aufschlag überhaupt nichts zu. Je ein Break genügte deswegen auch, um eine beruhigende 2:0-Satzführung herauszuspielen. Erst im dritten Satz wurde der Maestro zum ersten Mal in diesem Turnier so richtig gefordert. Jan-Lennard Struff konnte dem Titelverteidiger nämlich den Aufschlag abnehmen. Doch Federer wäre nicht Federer, wenn er nicht unmittelbar hätte reagieren können. Er nahm dem Deutschen nämlich umgehend ebenfalls den Aufschlag ab und er liess im Tiebreak mit seiner Erfahrung nichts mehr anbrennen. Ein grundsolider FedEx stand somit in der dritten Runde, wo ein Altbekannter auf ihn wartete.

"Lieblingsgegner" kann Federer zwar fordern, aber nicht beunruhigen

1/16-Final: Roger Federer vs. Richard Gasquet 6:2 / 7:5 / 6:4

In der dritten Runde der Australian Open traf Federer auf den Franzosen Richard Gasquet. Der Franzose kann als einer der Lieblingsgegner des Schweizers bezeichnet werden, konnte er doch in zuvor 18 Spielen 16mal den Platz als Sieger verlassen und die letzten acht Direktduelle gewann FedEx jeweils ohne Satzverlust. Der Schweizer stieg somit als grosser Favorit in das Duell, obwohl sich Gasquet an den Australian Open in einer durchaus guten Form präsentierte.

Der erste Satz verlief dann auch so, wie es alle erwartet hatten. Der Schweizer breakte Gasquet gleich doppelt und holte sich den Startdurchgang ohne Probleme mit 6:2. Danach steigerte sich der Franzose jedoch merklich, während Federer nur durchschnittlich agierte. Doch wie schon im ganzen Turnier war Federer in den wichtigen Augenblicken voll da und konnte sich die wichtigen Punkte sichern. Im zweiten Satz breakte der Schweizer den Franzosen im letztmöglichen Moment gewann somit auch den zweiten Satz mit 7:5. Im dritten Satz schlich sich beim Maestro dann eine Baisse ein, nachdem er stark begann und Gasquet bei erster Gelegenheit breaken konnte. Bei 4:2 aus seiner Sicht musste er dem Franzosen nämlich das Re-Break eingestehen, wodurch Gasquet spürbaren Aufwind bekam. Der Schweizer liess sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und gewann mit dem erneuten Break zum 6:4 das Spiel. Somit hiess es nach zwei Stunden Spielzeit Game, Set and Match... Federer! Im Achtelfinale wartete auf FedEx ein absoluter Überraschungsmann.

Lockerer Sieg gegen tapferen Ungarn

Achtelfinal: Roger Federer vs. Marton Fucsovics 6:4 / 7:6 (7:3) / 6:2

Die Achtelfinal-Affiche zwischen Roger Federer und Marton Fucsovics wäre vor dem Turnier so nicht erwartet worden. Zwar hat man mit dem Maestro gerechnet, doch der Ungar spielte sich mit starken Leistungen verdient bis in den Achtelfinal. Niemals zuvor hat es ein ungarischer Tennis-Spieler bisher so weit in einem Grand-Slam-Turnier geschafft. Dort wartete auf ihn jedoch der ultimative Test, traf er doch zum ersten Mal in seiner Karriere auf die lebende Legende. 

Federer musste für sein Achtelfinal zum ersten Mal in der Day-Session antreten. Für den Titelverteidiger zwar eine kleine Umstellung, aber schlussendlich gar kein Problem. Der Schweizer gewann den ersten Satz, ohne dabei an seine Grenzen gehen zu müssen. Fucsovics spielte zwar gut mit, richtig gefährlich konnte er Federer jedoch nicht werden, da dieser bei eigenem Aufschlag einfach viel zu solid auftrat. Somit genügte dem Maestro auch ein einziges Break zum Gewinn des Startsatzes. Der zweite Umgang war dann viel umkämpfter, da sich der Ungar wacker wehrte und mehrere Break-Chancen abwehren konnte. Da FedEx bei eigenem Service immer noch nichts anbrennen liess, musste der Tiebreak entscheiden, in welchem der Altmeister seine ganze Routine und Klasse aufblitzen liess und folgerichtig auch den zweiten Satz für sich entscheiden konnte. Damit war der Wille des Ungarn gebrochen und der dritte Satz wurde zur leichten Beute des Schweizers. In drei Sätzen und damit weiterhin ohne Satzverlust spielte sich Federer in die Runde der letzten Acht. Ein formstarker und überzeugend auftretender Tomas Berdych sollte dort auf ihn warten.

Nach harzigem Start folgte der nächste Dreisatz-Sieg

Viertelfinal: Roger Federer vs. Tomas Berdych 7:6 (7:1) / 6:3 / 6:4

Der 32-jährige Tscheche Tomas Berdych wird der erste richtige Härtetest für Roger Federer. Dies waren sich im Vornherein wohl alle bewusst. Und tatsächlich, der 1.96m-Turm vermochte den Schweizer zu Beginn des Spiels ordentlich in Bedrängnis zu bringen. Berdych spielte stark, vielmehr zeigte Federer aber Nerven und lieferte ein ungewohnt unsicheres Tennis an den Tag. Plötzlich stand es 1:4 und 2:5 aus der Sicht des Baselbieters. Doch spätestens mit dem "Hawk-Eye-Streik" (RF wollte einen Aufschlag Berdychs sehen - verliert den Punkt) und der damit verbundenen Wut im Bauch, legt Federer den Schalter um.

Zuerst wehrte er einen Satzball ab, um nur Bruchteile später seinen vierten Breakball zu verwandeln. Es folgte der Ausgleich zum 5:5, eine weitere Satzball-Abwehr und schliesslich das Tiebreak. Dieses entschied "FedEx" im Schnellmodus mit 7:1 für sich. Der folgende Satz zeigte deutlich, dass Federer an den richtigen Schrauben gedreht hatte. Während sein Kontrahent aus allen Traktanden gefallen zu sein schien, spielte der Schweizer wieder sein gewohntes, absolut sicheres Tennis. Satz drei gewann Federer mit 6:3 und nach etwas mehr als zwei Stunden war die Partie mit 6:4 im dritten und letzten Satz zu Ende.

Der unvorhersehbare, lockere Spaziergang in den Final

Halbfinal: Roger Federer vs. Hyeon Chung 6:1 / 5:2 / w.o

So hat sich Roger Federer seinen Finaleinzug beim besten Willen nicht vorgestellt. Der hochgelobte, südkoreanische Shootingstar Hyeon Chung - gefeiert als "neuer Djokovic" - musste nach einer Stunde verletzungsbedingt aufgeben. Nichts von Halbfinal-Kampf um den Einzug in den Melbourne-Final. Den Kampf hatte Chung mit sich selber, am Schluss wollten seine Füsse nicht mehr und verhinderten somit einen möglichen Showdown.

Doch trotz dieser Beschwerden: Im ersten Satz, wo mit "Professor Chung" noch alles in Ordnung schien, wurde klar: Der Maestro ist in bestechender Form und wird dem Jüngling den Meister zeigen. Nach einer halben Stunde war der erste Durchgang mit 6:1 vorbei. Gleich zu Beginn kassierte Chung ein Break, danach agierte er erstaunlich nervös. Der zweite Satz verlief dann ähnlich und wurde beim Stand von 2:5 abgebrochen - Chung teilte dem Schiedsrichter mit, dass er nicht mehr weitermachen kann. Und so war der Weg des Roger Federer in den Final von Down Under geebnet und damit auch der Weg für die mögliche Titelverteidigung.


Die Kür im Final trotz ersten Satzverlusten

Final: Roger Federer vs. Marin Cilic 6:2 / 6:7 / 6:3 / 3:6 / 6:1

Das Finale war die Reprise vom Wimbledon-Final letztes Jahr. Damals hatte der Kroate auch wegen körperlichen Beschwerden keine Chance und verlor klar in drei Sätzen. Im Head to Head führte FedEx vor dem Final-Duell klar mit 8:1. 

Der erste Satz fing mit einem Paukenschlag an, breakte Federer doch sofort seinen Kontrahenten und kurz darauf dann sogleich noch ein zweites Mal. Der Magier beeindruckte dabei vor allem auch bei eigenem Aufschlag, liess er Cilic doch nicht den Hauch einer Chance. Der erste Satz ging im Eiltempo an den Schweizer. 

Der zweite Satz gestaltete sich dann viel ausgeglichener, wobei Cilic vor allem dank seines verbesserten Aufschlages viel gefährlicher wurde. Beide Spieler konnten Breakbälle abwehren, weswegen das Tiebreak entscheiden musste. In diesem behielt Cilic tatsächlich die Oberhand und er konnte dem Schweizer somit als erster Spieler in diesem Turnier einen Satz abknöpfen.

Im dritten Satz hatte der Kroate dann seine stärkste Phase, doch Federer geriet dank seines genialen Aufschlags nicht in Rücklage. Trotzdem drohte die Partie ein wenig zu kippen, doch der Maestro konnte im entscheidenden Moment wieder zulegen und seinem Gegner zum 4:2 den Aufschlag abnehmen. Dank einem Ass fehlte dem Schweizer nur noch ein Satz zur Nummer 20.

Im vierten Satz startete FedEx perfekt, krallte er sich doch sogleich im ersten Aufschlagsspiel des Kroaten das Break. Alles deutete darauf hin, dass Federer dieses Spiel in vier Sätzen gewinnen wird, doch plötzlich fand der Aufschlag des Schweizers überhaupt nicht mehr statt, was der Kroate eiskalt auszunutzen wusste und dem Schweizer gleich zweimal hintereinander den Aufschlag abnehmen konnte. Federer musste dann den erneuten Satzausgleich hinnehmen und es musste ein Entscheidungssatz über Sieg und Niederlage entscheiden. 

Das erste Game im fünften Satz war wohl vorentscheidend, hatte Cilic doch mehrere Breakchancen, welche Federer jedoch, zum Teil in Extremis, abwehren und das Game schlussendlich für sich buchen konnte. Danach konnte er den Kroaten sogleich breaken und zum 5:1 glückte ihm gar noch ein zweiter Aufschlagsdurchbruch, was natürlich die Vorentscheidung bedeutete. Er beendete das Match mit einem Service-Winner und konnte, nachdem Cilic nochmals eine Challenge zu Rate zog, seine Hände zum 20. Mal bei einem Grand-Slam-Turnier in die Höhe strecken. 

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