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Ist Roger Federers Verzicht auf die Sandsaison sinnvoll?
Jan Haag
Von Jan Haag
jan.haag@sportalgroup.com
 
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Ist Roger Federers Verzicht auf die Sandsaison sinnvoll?
Erstmals seit fast vier Jahren verlor Roger Federer gestern in Miami wieder zwei Tennispartien in Serie. Musste er sich in Indian Wells mit Juan Martin del Potro noch einem besser auftretenden Kontrahenten geschlagen geben, so war die Niederlage gegen Thanasi Kokkinakis in Miami eigentlich vermeidbar. Nun verzichtet der Maestro gar auf die komplette Sandsaison - Eine sinnvolle Entscheidung? 

1149 Partien hat Roger Federer in seiner langen und beeindruckenden Karriere bereits gewinnen können. Dieser grandiosen Zahl stehen nur gerade 251 Niederlagen gegenüber. Nur selten liess sich der Grossmeister dabei zweimal in Folge bezwingen. Die Pleite gestern aber gegen den Aussenseiter aus Australien hat schmerzvolle Konsequenzen: Federer büsst damit den ersten Rang in der ATP-Weltrangliste ein! 

Auf Sand heisst der grösste Gegner natürlich Rafa Nadal

Das Ziel des Schweizers wäre es wohl gewesen, seine Punkte in Miami zu verteidigen, um dann auf Sand, wo er aus der letzten Saison keine Punkte zu verteidigen hat, seine Zeit an der Spitze zu verlängern. Sein ewiger Widersacher, Rafael Nadal, wird nach überstandener Verletzung wohl auch in diesem Jahr auf seiner Lieblingsunterlage nur schwer zu schlagen sein. Im direkten Vergleich auf Sand führt der "Stier aus Manacor" gegen den "FedExpress" mit 13:2 Siegen - Unter diesem Aspekt scheint der Entscheid Federers vertretbar!

Ist Roger Federers Verzicht auf die Sandsaison sinnvoll?
Allerdings hat der Maestro zuletzt auch damit kokettiert, wieder in Paris antreten und gar gewinnen zu wollen. Auf Sand sei er, so Federer selbst, schliesslich kein allzu schlechter Spieler. Und in der Tat: Auch auf der eher langsamen Unterlage steht für den 36-Jährigen eine Bilanz von 214 Siegen zu 68 Niederlagen in den Statistikbüchern. Der Gewinnratio von 3,15 ist damit zwar klar weniger beeindruckend, als jener auf Hartplatzbelägen (5,03) oder gar auf Rasen (6,83), lässt sich aber immer noch sehr gut sehen. An diesen Fakten ist der Entscheid also eigentlich nicht festzumachen! 

Verteidigung der Nummer 1 als Motivationsspritze 

Auch wenn "King Federer" also auf Sand gegen Nadal mit grösster Wahrscheinlichkeit wieder oft den Kürzeren gezogen hätte, ein paar Punkte hätte er gegen den Spanier trotzdem gutmachen können. Ich vermute, dass Federers Entscheid zum Verzicht auf die Sandsaison eng mit dem Verlust der Nummer 1 gekoppelt ist. Denn, auch wenn der Baselbieter nach Miami wohl Defizite im Fitnessbereich aufgewiesen hätte, so wäre der Kampf um die Weltranglistenspitze möglicherweise die richtige Motivationsspritze gewesen, um die harte Zeit auf der roten Unterlage durchstehen zu können. 

Ist Roger Federers Verzicht auf die Sandsaison sinnvoll?
So kommt es also, wie schon in der letzten Spielzeit, zu einer längeren Auszeit, in welcher die Tennisfans das Spiel des Ballkünstlers nicht bestaunen dürfen. Mit einer Rückkehr Federers auf die Tennisplätze darf dann am 17. Juni in Stuttgart gerechnet werden. Dann nämlich beginnt für ihn die schönste Zeit des Jahres: Die Rasensaison! Wir sind fest überzeugt, dass der Maestro dann wieder so richtig heiss sein wird! Bis dahin wünschen wir "König Roger" eine gute Zeit und viel Freude am Familienleben.