ATP Shanghai Masters Shanghai
SP
Pkt
1
2
3
4
5
ukr
A. Dolgopolov
0
0
0
4
2
x
x
sui
R. Federer
0
0
0
6
6
x
x
Stadium | Achtelfinale
Ende
A. Dolgopolov
Ranking:
41
Geburtsd.:
07.11.1988
Größe:
1.80 m
Gewicht:
71 kg
Bilanz:
25-22
Preisgeld:
US$ 6.797.206
R. Federer
Ranking:
2
Geburtsd.:
08.08.1981
Größe:
1.85 m
Gewicht:
85 kg
Bilanz:
55-6
Preisgeld:
US$ 109.853.682
Letzte Aktualisierung: 00:44:31
Refresh:
Dolgopolov
Federer
Abschied
 
Das war's nun aber von uns aus Shanghai! Wir hoffen, Sie hatten ähnlich viel Spass wie wir und würden uns freuen, Sie bald wieder bei uns begrüssen zu dürfen - tatsächlich werden wir morgen nämlich von jedem der vier Viertelfinales live berichten. Bis dahin oder zum nächsten Mal sagt Oliver Stein nun aber Tschüss und wünscht allen Lesern eine angenehme Restwoche!
Ausblick
 
Während Dolgopolov nun aber nach Hause reisen muss, um sich auf den Schlussspurt der Saison vorzubereiten, muss sich Federer auf der Suche nach seinem kommenden Gegner noch ein wenig gedulden: Die beiden Franzosen Gilles Simon und Richard Gasquet wurden nämlich Mitte ihres zweiten Satzes vom Regen gestört und befinden sich momentan mitten im entscheidenden dritten Durchgang - wo bei 2:1 für Gasquet noch alles offen ist.
Zahlen
 
und auch die Statistiken sprechen eine ganz deutliche Sprache für den Schweizer: Federer schlug wesentlich mehr Winner (25:12), leistete sich weniger Unforced Errors (16:19) und servierte vor allem fast unangreifbar (elf Asse, elf Servicewinner).
Fazit
 
Viel sagen muss man zu dieser Partie abschliessend wohl kaum: Federer dominierte das Match über weite Strecken, ohne sich dafür sonderlich anstrengen zu müssen - während Dolgopolov zwar solide Gegenwehr leistete, unter dem Strich gegen den Beschuss des Baselbieters aber chancenlos war.
4:6, 2:6
Nach fast genau einer Stunde ist der Spuk dann vorbei: Mit einem letzten Servicewinner sammelt Federer den entscheidenden Punkt und zieht in das Viertelfinale von Shanghai ein!
4:6, 2:5
 
Über die Rückhand von Dolgopolov geht es dann zu zwei Matchbällen ...
4:6, 2:5
 
Angesichts der Tatsache, dass Federer in diesem zweiten Satz erst drei Punkte bei eigenem Aufschlag abgegeben hat, sollte das eigentlich ein Kinderspiel sein- das schnelle 30:15 spricht jedenfalls dafür.
4:6, 2:5
 
Das ist dann fast schon antiklimaktisch: Mit einem Doppelfehler geht es zum Vorteil für Federer, den der Schweizer dann auch endlich mal nutzen kann - 5:2 und Doppelbreak vor für den Maestro, der hier gleich zum Matchgewinn aufschlagen darf.
4:6, 2:4
 
Eigentlich muss die Rückhand nur noch im freien Feld landen, aber Dolgopolov spielt sie doch lieber ins Netz - und wir landen zum neunten Mal bei Einstand!
4:6, 2:4
 
Mittlerweile hat Dolgopolov allein in diesem Aufschlagspiel schon sieben (!) Spielbälle vergeben. Aber kein Grund zur Sorge, Nummer acht folgt natürlich umgehend ...
4:6, 2:4
 
Kein Problem für Dolgopolov: Mit Ass Nummer fünf stellt er auf Einstand, mit Ass Nummer sechs auf Vorteil. Und ausnahmsweise ist Federer plötzlich mal der Machtlose!
4:6, 2:4
 
In der Tat: Mit einer fabelhaften Vorhand cross erspielt sich Federer den Vorteil und damit die zweite Breakchance in diesem Aufschlagspiel.
4:6, 2:4
 
Langsam wird es irrwitzig. Auch seinen vierten Spielball kann Dolgopolov nicht nutzen ... und das riecht jetzt natürlich doch verdächtig nach der nächsten Breakchance!
4:6, 2:4
 
... und auch diese dritte Chance zum Spielgewinn vermasselt Dolgopolov. Ass Nummer vier des Ukrainers sorgt dann aber auch gleich für Spielball Nummer vier ...
4:6, 2:4
 
Nein, auch diesen Vorteil kann der Ukrainer nicht verwerten, weil er einen Schuss aus dem Halbfeld weit verzieht. Doch der nächste Servicewinner bringt dem Ukrainer prompt den nächsten Spielball ein ...
4:6, 2:4
 
Pech für Federer, dessen Netzroller so hoch abspringt, dass er wohl im Aus landet - was ihm dann auch vom Hawkeye bestätigt wird. Spielball Dolgopolov!
4:6, 2:4
 
Dann nimmt Federer mal wieder eine Challenge - aber sein Return war knapp im Aus und bringt Dolgopolov so einen Spielball. Den der Ukrainer aber leider mit einer Rahmenrückhand verschenkt ... Einstand!
4:6, 2:4
 
Es ist leider so, dass das spielerische Element fast komplett aus diesem Match verschwunden ist. Es geht nur noch über Fehler und Unfälle - so kommt FedEx aber mal wieder zu einem 30:30.
4:6, 2:4
 
Mit dem nächsten guten Aufschlag bestätigt Federer das eben gewonnene Break und legt zum 4:2 vor - so langsam schwimmen Dolgopolov hier die Felle davon.
4:6, 2:3
 
Was soll man da machen? Bei 15:15 darf sich Dolgopolov Hoffnungen machen, aber Federer serviert ganz cool ein Ass (Nummer elf) und einen Winner - 40:15.
4:6, 2:3
 
... aber die zweite Breakchance nutzt Federer dann mit dem nächsten starken Vorhandreturn - 3:2 für den Schweizer!
4:6, 2:2
 
Breakball Nummer eins kann Dolgopolov über Federers Vorhand abwehren ...
4:6, 2:2
 
Trotz Challenge muss Dolgopolov zu seinem zweiten Aufschlag greifen, der Federer natürlich ans Steuer bringt - und am Ende hat der Schweizer mit einem weiteren ganz feinen Vorhandwinner Inside-Out auf 15:40 gestellt. Breakchancenalarm!
4:6, 2:2
 
Und schon hat Dolgopolov wieder arge Probleme - zwei Netzangriffe von FedEx bringen dem Maestro das vielversprechende 15:30!
4:6, 2:2
 
Kein Problem für Federer, der gleich wieder ein wahnwitzig schnelles Aufschlagspiel auf den Court legt und zum 2:2 ausgleicht.
4:6, 2:1
 
... um anschliessend mit zwei weiteren guten Ersten Aufschlägen den Spielgewinn einzutüten und zum 2:1 vorzulegen. Es geht doch!
4:6, 1:1
 
Umso wichtiger, dass sich Dolgopolov aus dieser Situation mit zwei guten Ersten befreien und auf 30:15 stellen kann ...
4:6, 1:1
 
Für Dolgopolov muss das alles unglaublich frustrierend sein. Er macht wenig falsch, hat eine gute Länge in seinen Schlägen und wird trotzdem immer wieder ausgespielt. Bei 0:15 schrillen erneut die Alarmglocken des Ukrainers ...
4:6, 1:1
 
Das Hadern scheint seinen Zweck erfüllt zu haben: Mit drei problemlosen Punktgewinnen beendet der Maestro sein Aufschlagspiel zu 15 und gleicht zum 1:1 aus.
4:6, 1:0
 
Auf sein achtes Ass lässt Federer seinen erst dritten vermeidbaren Fehler folgen. Was ihn allerdings gleich dazu veranlasst, ein bisschen mit sich und der Welt zu hadern ...
4:6, 1:0
 
Diesen Spielball kann der Ukrainer dann auch mit einer Vorhand aus dem Halbfeld nutzen - 1:0 und damit die erste Führung für Alexandr Dolgopolov!
4:6, 0:0
 
Wichtig, dass Dolgopolov diese Breakchance mit einem Ass abwehren und hinterher mit der Vorhand cross sogar auf Vorteil stellen kann.
4:6, 0:0
 
Irgendwie ist das dann keine grosse Überraschung mehr: Mit einem fabelhaften Return mit der Vorhand longline marschiert Federer ans Netz und punktet dort zum Vorteil. Breakchance für den Schweizer!
4:6, 0:0
 
... zumal Federer Blut geleckt hat und Dolgopolov anschliessend mit einer wunderbaren Rückhand longline zum 40:40 passiert. Einstand!
4:6, 0:0
 
Mit einem Servicewinner kann Dolgopolov dann aber auf 30:30 stellen und anschliessend über Federers Vorhand auch zum 40:30 punkten. Da darf man schon mal tief durchatmen ...
4:6, 0:0
 
Und schon wird es wieder brenzlig, denn Federer legt eine Vorhand Inside-Out perfekt auf die Seitenlinie - 15:30!
4:6, 0:0
 
Dolgopolov startet gut in sein Aufschlagspiel, erwischt dann aber eine Rückhand mit dem Rahmen - 15:15.
Zwischenfazit
 
Keine halbe Stunde hat es gedauert, bis Federer die Zeichen auf Viertelfinale gestellt hat - obwohl Dolgopolov hier phasenweise ganz anständig mitspielt, hat er auf die schon 15 (!!) Winner von Federer (Dolgopolov: fünf) keine Antworten. Aber wer weiss, vielleicht macht dem Ukrainer ja sein eben herausgespielter erster Breakball Mut ...
4:6
Und so endet der Satz dann doch, wie man es erwartet hatte: Mit zwei Servicewinnern in Serie schnappt sich Roger Federer nach nur 27 Minuten das Aufschlagspiel und damit auch den ersten Satz.
4:5
 
Schade, schade - seine erste Breakchance der Partie vergibt Dolgopolov mit einem ins Netz gespielten Vorhandschuss aus dem Halbfeld. Da war natürlich mehr drin!
4:5
 
Was ist das denn jetzt?! Mit einem astreinen Passierball mit der kurz cross gespielten Rückhand vor Federers Füsse erspielt sich Dolgopolov bei 30:40 eine Breakchance!
4:5
 
Aber plötzlich wehrt sich Dolgopolov - der auf Federers Vorhand erzwungene Fehler bringt dem Ukrainer das 30:30!
4:5
 
Brutal effizient - mit dem Ass mit dem zweiten Aufschlag macht Federer den Punkt zum 30:15.
4:5
 
Mit der Rückhand longline stellt Federer auf 15:0, sein folgender Slice geht aber daneben - 15:15.
4:5
 
... was der Ukrainer anschliessend auch prompt in den Spielgewinn verwandelt. Aber selbst das nützt wenig, denn bei 4:5 serviert Roger Federer nun selber zum Satzgewinn. Und Dolgopolov hat bislang ja erst zwei (!) Punkte bei Aufschlag Federer gewonnen ...
3:5
 
Mit seinem erst dritten Winner der gesamten Partie stellt Dolgopolov dann auf 40:15 ...
3:5
 
Nur ein Rahmentreffer von Federer verhindert das 0:30, an dem Dolgopolov sicher ordentlich zu knabbern gehabt hätte. Ein zu kurzer Stoppversuch von Federer bringt dem Ukrianer stattdessen das 30:15.
3:5
 
Nicht schlecht: Mit seinem sechsten Ass (drei in Reihe!) punktet Federer zum 40:0, mit einem unreturnierbaren Servicewinner zum Spielgewinn - 5:3 für den kaum angreifbaren Schweizer.Und das in knapp 40 (!!) Sekunden ...
3:4
 
Federers viertes Ass sorgt für das 15:0, das fünfte hinterher für das 30:0. Da kann man als Gegner herzlich wenig machen ...
3:4
 
Mit einer knackigen Rückhand cross am aufgerückten Federer vorbei kann Dolgopov das Spiel am Ende doch eintüten und zum 3:4 verkürzen. Aber klar, das Break Rückstand ist nach wie vor ein grosses Ärgernis für den Ukrainer ...
2:4
 
Aber wie gesagt: Mit dem ersten Aufschlag geht's. Zwei Servicewinner in Reihe bringen dem Ukrainer das 40:15 und damit zwei Spielbälle ein.
2:4
 
Tatsächlich punktet Dolgopolov aber eigentlich nur, wenn sein erster Aufschlag sitzt. die Quote beim zweiten (25 Prozent) ist auf jeden Fall eine Katastrophe ... 15:15.
2:4
 
Unter dem Strich hat dann auch dieses Federer'sche Aufschlagspiel keine 90 Sekunden gedauert - inklusive des Punktgewinns für Dolgopolov, wohlgemerkt.
2:3
 
Dann challenged Federer seinen eigenen ersten Aufschlag und hat Recht - das dritte Ass bringt ihm das 40:15.
2:3
 
Dolgopolov kommt zwar ausnahmsweise mal zu einem 0:15, aber Federer bügelt den Fauxpas mit einer Vorhand gegen die Laufrichtung des Ukrainers wieder aus. Der folgende Servicewinner sorgt dann schon für das 30:15.
2:3
 
Gleich den ersten kann Dolgopolov nutzen, um auf 2:3 zu verkürzen - aber spielerisch wie taktisch hat Federer die Partie hier bestens im Griff.
1:3
 
Bei 30:15 nimmt Federer seine erste Challenge - aber das Hawkeye legt den Ball von Dolgopolov an die Linie. 40:15 und zwei Spielbälle für den Ukrainer!
1:3
 
Mit seinem sechsten unnötigen Fehler (Federer: 1) schenkt Dolgopolov dem Schweizer gleich wieder das 15:15. Eigentlich ist die Länge in seinen Schlägen nicht schlecht, aber es kommt eben einfach alles wieder zurück ...
1:3
 
... sodass unter dem Strich dann das erste zu Null für FedEx steht - während Dolgopolov bei Aufschlag Federer erst einen Punkt gewinnen konnte.
1:2
 
Mühelos stellt Federer bei eigenem Aufschlag auf 30:0, weil Dolgopolov schlichtweg kein Mittel gegen die Aufschläge des Schweizers findet. Zum 40:0 geht es dann ähnlich schnell ...
1:2
 
... aber mit seinem ersten Ass kann Dolgopolov anschliessend doch auf 1:2 verkürzen.
0:2
 
Bei 40:0 schenkt Dolgopolov seinen ersten Spielball mit einem Doppelfehler ab. Den zweiten kann Federer dann über die Rückhand des Ukrainers abwehren, weil dessen Stoppversuch viel zu kurz gerät ...
0:2
 
Zwei Punkte in Folge für Dolgopolov, das gab es heute auch noch nicht - aber klar, auf Dauer kann Federers ultra-aggressives Returnspiel nicht funktionieren ...
0:2
 
So macht das der Maestro: Mit seinem ersten Ass beendet er sein Aufschlagspiel im Eiltempo und bestätigt das frühe Break - 2:0!
0:1
 
... und über den ersten Servicewinner dann zum 40:15.
0:1
 
Mit einer Vorhand gegen Dolgopolovs Laufrichtung stellt Federer gleich wieder auf 15:0, leistet sich dann aber seinen ersten unnötigen Fehler. Kein Problem, mit der nächsten Hammervorhand geht es zum 30:15 ...
0:1
 
Wow. Breakchance Nummer eins kann Dolgopolov noch abwehren, die zweite nutzt Federer dann aber mit einer schönen Rückhand vor die Füsse des Ukrainers - 1:0 und Break vor für den FedExpress!
0:0
 
Dolgopolov kontert zwar mit einem Servicewinner, aber Federer packt sofort die nächste Vorhandpeitsche aus und stellt auf 15:40 - zwei Breakbälle für den Schweizer!
0:0
 
Was für ein Auftakt von Federer! Erst gibt es den Returnwinner mit der Vorhand cross, dann einen mit der Rückhand longline - 0:30!
0:0
 
Genug geredet, los geht's mit Aufschlag Dolgopolov!
Chair Umpire
 
Fehlt nur noch der Schiedsrichter dieser Partie - diesen Job übernimmt gleich der Amerikaner Ali Nili, der auf der Tour zu den erfahreneren Spielleitern gehört.
Prozedere
 
Genug erzählt, denn da sind unsere beiden Hauptdarsteller auch schon: Nach dem Münzwurf, dem obligatorischen Erinnerungsfoto und dem fünfminütigen Einschlagen kann es also losgehen.
Shanghai Masters
 
Fehlt also eigentlich nur noch ein Wort zum Turnier an sich. Das Shanghai Masters (offiziell Shanghai Rolex Masters) ist ein chinesisches Herren-Tennisturnier, das 2009 erstmals ausgetragen wurde und Teil der ATP-World-Tour-Masters-1000-Serie ist. Die Qizhong Forest Sports City Arena (der Centre Court) hat eine Kapazität von 15.000 Zuschauern, zu gewinnen gibt es bei diesem Turnier mittlerweile satte 5.924.890 Dollar (1.192 Millionen für den Sieger) und Titelverteidiger ist der in diesem Jahr verletzt nicht angetretene Andy Murray - der gemeinsam mit Novak Djokovic (drei Titel) auch die Liste der Rekordsieger anführt.
Head 2 Head
 
Nicht wirklich freundlich sieht aus Sicht von Dolgopolov allerdings der direkte Vergleich mit Federer aus: In vier Duellen mit dem Maestro (0:4) hat der Ukrainer noch keinen einzigen Satz gewinnen können, zuletzt verlor er in Wimbledon '17 durch Aufgabe im zweiten Satz.
Dolgopolov 2017
 
Aber ab und zu klappt es dann doch ganz gut mit dem Tennisspielen. Wie zum Beispiel im Frühjahr in Buenos Aires, wo sich Dolgopolov mit einem starken Finalsieg gegen Kei Nishikori (JPN/5) den dritten Titel seiner Karriere sichern konnte.Und auch der Spätsommer war für Dolgopolov ein erfolgreicher: Sowohl in Bastad/Schweden als auch vor zwei Wochen in Shenzen/China reichte es für den 28-Jährigen zu Endspielteilnahmen.
Enfant Terrible
 
Denn ein Kind von Traurigkeit ist der Ukrainer absolut nicht. Ob Schiedsrichterbeleidigungen, zerhackte Schläger im halben Dutzend, durchzechte (und ausgesprochen teure) Abende in Nachtclubs und zwischendurch dann immer mal wieder ein Turniersieg - Dolgopolov erlebt in einer Woche oft das, wofür andere Spieler Monate oder gar Jahre brauchen. ''Ich bin ein emotionaler Mensch. Egal, um was es geht.Als Spieler, als Fan, als Freund. Ich bin für alles offen und für jeden Spass zu haben. Und manchmal läuft es dann halt schief'', so Dolgopolov im vergangenen Jahr auf die Frage, wieso er ein Training mit Novak Djokovic geschwänzt hatte.
Psychotische Offensive
 
Oder wie es der ehemalige Weltranglistenerste Andy Roddick einst leicht scherzhaft ausdrückte: ''Wenn er loslegt, spielt er teilweise so aggressiv, dass es an der Grenze zum psychotischen ist.'' Was Dolgopolov gern unterstreicht - und das nicht nur auf, sondern gern auch neben dem Platz.
Dolgopolov
 
Talent hat der Ukrainer nämlich über alle Massen, fehlen tut ab und zu nur die Lust aufs Tennisspielen - tatsächlich ist der mittlerweile in Monte-Carlo beheimatete Dolgo, wie er von seinen Kumpels genannt wird, nämlich das Paradebeispiel eines ewigen Talents.
Turnierverlauf Dolgopolov
 
Sein heutiges Gegenüber, der Ukrainer Alexandr Dolgopolov, hat dagegen schon zwei Matches hinter sich: In Runde eins profitierte er im dritten Satz von der Aufgabe von Jack Sock (USA/14), in Runde zwei fightete er sich durch ein fast dreistündiges Match gegen Feliciano Lopez (ESP). Aber irgendwie gehörten solche Matches beim Ukrainer eben dazu ...
Turnierverlauf Federer
 
Und auch Federers erster Shanghai-Auftritt in diesem Jahr war nicht der überzeugendste: Gegen Diego Schwartzman (ARG) benötigte Federer zwar nur zwei Sätze (7:6, 6:4), haderte phasenweise aber stark mit sich und seinem Spiel und erklärte hinterher nur ganz knapp: ''Das war ok. nicht toll, aber ok. Für den Turnierbeginn muss das reichen.''
Federer in Shanghai
 
Dafür würde Federer aber zunächst mal einen Turniersieg hier in Shanghai benötigen. Und abgesehen von einem tollen Run 2014, als er das Turnier gewann, gab es für den Schweizer hier in China wenig zu holen: 2015 schied er in Runde eins aus, 2016 trat er verletzungsbedingt gar nicht erst an.
Die Nummer eins
 
Wobei der Schweizer sich bei der Frage nach seinem grössten Ziel deutlich positioniert hat. Denn tatsächlich scheint Federer die Aussicht auf den Altersrekord des Weltranglistenersten (aufgestellt vom damals 33-jährigen Andre Agassi) durchaus zu reizen. Vor die Wahl gestellt, ob er denn lieber nochmal die Weltrangliste anführen oder ein Grand-Slam-Turnier gewinnen würde, scheute sich der Maestro die klare Antwort nicht: Es sei schon etwas besonderes, in seinem Alter nochmal die Nummer 1 der Welt zu sein - entsprechend würde er das bevorzugen.
Federer 2017
 
Und der Blick auf seine Bilanz in diesem Jahr zeigt auch, dass Federer in dieser überragenden Comeback-Saison (nach einem halben Jahr Pause in 2016) bislang fast ausschliesslich richtige Entscheidungen getroffen hat: Bei acht Turnierstarts stehen fünf Erfolge zu Buche, darunter bekanntlich die Australian Open und Wimbledon sowie die Masters-Turniere in Indian Wells und Miami und zuletzt das Viertelfinale bei den US Open. Und dementsprechend steht der Schweizer auch bei einer Saisonbilanz von 39:4 Siegen (vor Turnierbeginn)!
Oldie but Goldie
 
Spitze Zungen sagen nämlich: Federer spielt nur noch so viel wie jemand im Vorruhestand. Der grosse Rest der Welt stellt aber auch 2017 mal wieder neidisch fest: Ein Federer mit 36 und nur einer Handvoll Turnierteilnahmen hat nach wie vor das Zeug, die Tenniswelt zu dominieren.
FedEx
 
Mittlerweile hat Roger Federer sich auf der Tour den Status einer Grand Dame erarbeitet. Aber natürlich geht es beim Schweizer nicht nur um Respekt vor seinem Lebenswerk, sondern in erster Linie um den Respekt vor seiner Leistung - der aktuellen, wohlgemerkt.
Shanghai Masters
 
Herzlich willkommen bei den Shanghai Masters zur Achtelfinalpartie zwischen Alexandr Dolgopolov und Roger Federer.
Turnier
Finale
R. Nadal (ESP/1)
4
3
R. Federer (SUI/2)
6
6